Mikroplastikabrieb

Nachhaltig Skifahren

 

 – nachhaltige Skiausrüstung und Tipps zum Verhalten -

Inhaltsverzeichnis

  • Nachhaltiger Skitourismus
  • Nachhaltige Ski
  • Nachhaltige Skistöcke
  • Nachhaltiges Skiwachs
  • Nachhaltige Skibindungen
  • Nachhaltige Skischuhe
  • Nachhaltige Skibekleidung
  • Nachhaltige Skihelme
  • Nachhaltige Skitourenfelle
  • Nachaltiges Apré-Ski

Nachhaltiger Skitourismus

Was kann ich beim Skifahren tun?

Verwende nur Produkte, die keinen Mikroplastik-Abrieb erzeugen.
Anstatt Liftanlagen zu benutzen, kannst du mit Skitourenski den Berg hochlaufen, denn die Errichtung, Instandhaltung und der Betrieb von Liftanlagen verbraucht eine Menge Energie und Ressourcen.

Wie könnten Skigebiete nachhaltiger werden?

Skilifte könnten im Betrieb nachhaltiger werden, wenn man diese nur noch mit Ökostrom betreibt.
Aber auch die Fußstützen der Sessel, die mit der Zeit verschleißen, könnte man sehr einfach nachhaltiger machen, indem man statt Plastik-Auflagen für die Ski Holz oder biologisch abbaubare Kunststoffe verwendet. Auch der Verzicht auf künstliche Beschneiung hilft, denn die Produktion von Kunstschnee verbraucht im Betrieb viel Energie. Davor wird noch eine Menge Beton und Energie bei der Errichtung der Infrastruktur, wie dem Bau von Leitungen oder dem Anlegen von Speicherseen verbraucht. Eine Alternative zu Kunstschneefreien Skigebieten in Süddeutschland und Österreich zeigt Mountain Wilderness im Führer "Wilde Winter" auf.

Wie kann ich nachhaltig Reisen?

Hier gilt, lieber ein längerer Skiurlaub als mehrere kurze oder nur Tagesauflüge. Statt alleine mit dem Auto anzureisen, kannst du dich mit anderen zusammentun. Z.B. könnt ihr einen Reisebus mieten, statt mit kleinen Autos gemeinsam mit einem VW-Bus oder ähnlichem fahren. Du kannst auch Mitfahrern Plätze anbieten, z.B. über Go Shred oder Blablacar. Am nachhaltigsten ist die Anreise mit Bus und Bahn (Tourentipps bietet zuugle.at). Allen aus der Region München können  den nachhaltigen Skitourenführer empfehlen: "Natürlich mit Öffis". Wer in den Bergen wohnt kann auch mit dem Fahrrad oder sogar zu Fuß anreisen.


Nachhaltigkeit im Internet?

Lieber Ecosia als andere Suchmaschinen nutzen, denn hier werden mit dem Gewinn Bäume gepflanzt.

5 Tipps für mehr Nachhaltigkeit beim Skifahren:

  • weniger kaufen
  • wiederverwenden oder gebraucht kaufen
  • reparieren
  • länger benutzen
  • richtiges Recycling

 

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Nachhaltige Ski

Was ist das Problem bei der Benutzung von Skiern?

Die Lauffläche des Skis gleitet während dem Skifahren die ganze Zeit über den Schnee. Manchmal aber auch über Blätter, Äste, Steine oder Gras. Dabei wird permanent ein Teil des Skis abgerieben. Mikrofaser oder auch Mikroplastik genannt lösen sich. Die Lauffläche von Ski besteht nämlich aus Kunststoff, genauer gesagt, Ultrahochmolekularem Polyethylen auch UHMW-PE genannt. Dieses bietet die Vorteile, wie sehr langlebig, extrem abriebfest, UV-beständig und hydrophob, also wasserabweisend, zu sein. Während der Kunststoff sich am Ski befindet ist das sehr vorteilhaft. Wenn jedoch der Abrieb auf der Skipiste liegen bleibt, kehren sich diese Vorteile in Nachteile um, denn der Kunststoff kann nicht von Mikroorganismen abgebaut werden. Er wird lediglich physikalisch zerkleinert, also durch UV-Strahlung, Mechanik oder ähnliche Prozesse. Das Mikroplastik bleibt nicht nur auf der Skipiste liegen, sondern wandert von dort im Sommer, wenn der Schnee schmilzt in den Boden, wird in Flüsse gespült und gelangt von dort weiter bis ins Meer.
Ein weiterer Fall ist das Makroplastik, dass beim Skifahren dadurch entstehen kann, wenn du z.B. über einen Stein fährst und dir ein größeres Stück des Belags herausreißt. Dieses bleibt ebenfalls auf der Skipiste liegen. Achte mal im Sommer darauf, wenn du auf einer Skipiste beim Wandern bist. Wenn du genauer hinschaust wirst du viele Stücke aus Makroplastik finden.

Was ist das Problem bei der Entsorgung von Skiern?

Wie werden Ski entsorgt, wenn diese keiner mehr haben will? Klar, man kann noch Bänke, Garderoben oder andere Möbelstücke daraus bauen, aber wenn die Möbel auch keiner mehr will, spätestens dann stellt sich die Frage wohin damit? In der Regel landen alte Ski im Sperrmüll, auf dem Wertstoffhof oder im Restmüll. Von dort werden sie in die Müllverbrennung gefahren und dort "thermisch verwertet", also verbrannt. Leider brennen nicht alle Bestandteile des Skis, wie z.B. die Metallplatten, Stahlkanten oder die Glasfasermatten die sich darin befinden. Die Asche, die bei der Verbrennung des Skis entsteht, vermischt sich mit den nicht brennbaren, geschmolzenen Bestandteilen zu einem Klumpen, Schlacke genannt. Die Schlacke wird anschließend auf einem Müllberg deponiert. Sind in den Ski Carbonfasern enthalten dürfen diese nicht in die Müllverbrennung, da die Carbonfasern Kurzschlüsse in den elektronischen Filteranlagen verursachen und diese dadurch beschädigen. Ski mit Carbonfasern, aber auch alle weiteren Artikel, wie z.B. Stöcke, Fahrräder, ... müssen direkt deponiert werden, da sie nicht verbrannt werden können.


Wohin geht die Entwicklung bei recycelbaren Skiern?

Der Trend geht zu Ski, die am Ende des Lebens wieder in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt werden können, auch Debonding-On-Demand genannt. Dazu wird der Klebstoff, meinst ein Epoxid-Harz, mittels chemischen Recycling wieder in Harz und Härter aufgelöst. Die einzelnen Bestandteile des Skis können dann separat entsorgt oder wiederverwendet werden. Der Nachteil bei diesem Recycling-Prozess ist, dass er sehr energieintensiv ist und die speziellen Recycling-Anlagen nicht überall verfügbar sind, sodass man erst sehr viel Logistik betreiben muss, um die Ski an den richtigen Ort zu bringen. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Skikomponenten bei der Benutzung weiterhin Mikroplastik erzeugen.
Recycelbare Ski bietet unter anderem earlybird an.
Recycelbare Alpinski ohne Mikroplastik entwickelt gerade baseskis.

Wie sollten nachhaltige Ski aufgebaut sein?

Ski sollten modular aufgebaut sein, sodass alle Verschleißteile wie Stahlkanten oder Lauffläche nach Bedarf einfach ausgetauscht werden können. Alle Teile die Abrieb verursachen, wie die Lauffläche beim Skifahren oder beim Kontakt mit Steinen, die Seitenwangen, also die Seitenansicht, des Skis, diese schleift beim Carven auch über den Schnee, aber auch die Deckfläche, auch Top oder Dekor genannt, hier kommt man immer wieder mit der Stahlkante dagegen und schabt ein bisschen Material ab, sollten biologisch abbaubar sein.  

Wie kann ich nachhaltig Ski kaufen?

Der nachhaltigste Ski ist der, der nicht verkauft wird, da keine Rohstoffe und keine Energie verbraucht werden. Überlege dir also vor dem Skikauf, ob du die Ski nicht von Freunden, Bekannten oder im Skigebiet ausleihen kannst. Ski kann man auch sehr gut gebraucht kaufen, da das Material eigentlich nicht altert. Solange der Ski noch genug Vorspannung hat, die Kante und der Belag noch geschliffen werden können, kann man ihn noch guten Gewissens gebraucht kaufen. Eine gute Anlaufstelle für gebrauchte Ski können sein:

Ski Entsorgung

 Nachhaltige Skistöcke

Was ist das Problem bei der Benutzung von Skistöcken?

Zunächst erklären wir einmal der Aufbau von Skistöcken. Diese bestehen von oben nach unten aus: Schlaufe (meist Polyester), Griff (harter Kunststoff oder Schaum), Schaft (mit Kunststoff lackiert), teilweise einer Feststellklemme bei teleskopierbaren Stöcken (Kunststoff oder Aluminium mit Kunststoff lackiert), einem Teller (Kunststoff) und einer Spitze (Stahlspitze, umspritzt mit Kunststoff). Alle Teile haben Abrieb mit der Zeit, bei Stürzen oder wenn die Stahlkante des Skis darüber schabt. So entsteht Mikroplastik, dass auf dem Schnee zunächst liegen bleibt.

Was ist das Problem beim Skistock Recyling?

Die Bestandteile werden entweder verpresst oder zusätzlich noch mit Klebstoff fixiert. Auseinander bekommt man die Teile nur mittels speziellen Maschinen oder mit Schreddern. Das erschwert natürlich ein sortenreines Recycling.

Carbon vs. Aluminium Stöcke

Wir würden uns immer für Aluminium Stöcke entscheiden. Diese sind zwar ein bisschen schwerer, aber sollte ein Alu-Stock mal verbogen sein, kann man ihn vorsichtig wieder zurückbiegen. Bei Carbon Stöcken funktioniert das nicht. Bei zu viel Biegung brechen diese einfach. Aluminium ist thermoplastisch, kann also wieder eingeschmolzen und zu neuen Bestandteilen verarbeitet werden. Carbon kann man nicht verbrennen und muss deponiert werden.

Wie sollten nachhaltige Skistöcke gestaltet sein?

Alle Bestandteile des Skistocks, die Abrieb haben sollten biologisch abbaubar sein. Z.B. könnt die Schlaufe statt aus Kunststoff-Fasern aus Baumwolle oder aus Leder bestehen. Für den Griff, den Teller und die Spitze kann man biologisch abbaubare Kunststoffe verwenden. Bei Metallteilen kann man auf eine Lackierung verzichten.

Mein Stock ist kaputt. Muss ich diesen jetzt entsorgen?

Nein! Viele Hersteller bieten Reparaturen an. Möglich wäre es auch mit dem zweiten Stock, der noch heil ist und einem weiteren zu fahren. Solange die Länge der Stöcke gleich ist, macht das eigentlich keinen Unterschied.

Wo kann man nachhaltige Skistöcke kaufen?

Wir könnten bei namhaften Herstellern nachhaltige Skistöcke, insbesondere teleskopierbare Skistöcke für Skitourengeher, herstellen lassen. Allerdings beträgt die Mindestbestellmenge 500 Stück. Wenn du Interesse an nachhaltigen Skistöcken hast, dann trage dich jetzt in unseren Newsletter ein und schreibe uns eine Nachricht!

 Nachhaltiges Skiwachs

 

Was ist das Problem bei Skiwachs?

Skiwachs oder manchmal auch Skiwax genannt enthält teilweise Flur-haltige Verbindungen. Die chemischen Substanzen haben den Vorteil, dass sie sehr gut auf Schnee gleiten, sind auf der anderen Seite aber auch sehr schädlich für die Umwelt. Und zwar so schädlich, dass sogar der internationale Skisportverband, FIS, diese Substanzen nun verboten hat. Skiwachs bleibt beim Skifahren auf Skipisten als Mikroplastik liegen, wird auch in Flüsse oder Seen gespült und landet somit am Ende im Meer. Das Skiwachs besteht zudem meist aus nicht nachwachsenden Rohstoffen, sondern aus Erdöl.

Was ist nachhaltiges Skiwachs?

Nachhaltiges Skiwachs besteht aus nachwachsen Rohstoffen wie Pflanzenölen und baut sich in der Umwelt wieder ab. Mittlerweile sind diese Wachse sogar so gut, dass du keinen Unterschied beim Skifahren merkst.

Welche nachhaltigen Skiwachse gibt es?

Skiwachs Vergleich Stand: 18.02.2024

Unser Tipp:

nZero  hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
5,20€/100g

Diese Skiwachse sind auch nachhaltig:
HWK-Skiwachs
11,11€/100g
Toko-Skiwachs
29,98€/100g
Holmenkol
15,32€/100g
Mountain Flow
15,35€/100g

Welche nachhaltigen Wachse für Skitourenfelle gibt es?

Hier muss man zwischen Bügelwachsen in festen Zustand und Imprägnierwachsen im flüssigen Zustand unterscheiden. Prinzipiell kann man aber auch die Skiwachse auf den Skitourenfellen verwenden.

HWK- fest
38,00€/100g
Toko- flüssig
13,95€/100ml

Welches Skiwachs verwendet ihr und wieso?

Wir verwenden Universal Skiwachs von nZero, einer spanischen Firma, da dieses eigentlich gut bei allen Temperaturen funktioniert. Für besondere Einsatzzwecke, wie sehr kalte Temperaturen oder warmen, nassen Schnee gibt es auch spezielle Wachse von nZero. Ein weiterer Vorteil ist das unschlagbare Preis-Leistungsverhältnis bei den 500g Wachs-Packungen.

 Nachhaltige Skibindungen

 

Was ist das Problem bei Skibindungen?

Skibindungen erzeugen, wenn sie aus Kunststoff bestehen, Mikroplastik-Abrieb. Beispielsweise bleibt man mit der Stahlkante an der Bindung hängen und so splittert ein Teil davon ab, der liegen bleibt. 

Wie sollten nachhaltige Skibindungen designt sein?

Nachhaltige Skibindungen sollten entweder aus Metall, nicht pulverbeschichtet oder aus biologisch abbaubaren Kunststoff bestehen. So kann die Erzeugung von Mikroplastik verhindert werden. Die Bindungen sollten mechanisch verbunden sein, sodass man mit einem Schraubenzieher einzelne Teile wieder austauschen kann.

Welche nachhaltigen Bindungen gibt es?

Alle reinen Metallbindungen sind nachhaltig. Das Material altert nicht und kann gut recycelt werden. Diese werden meist im Skitouren-Rennbereich eingesetzt. Zurzeit auf dem Markt gibt es:


Welches Skibindung verwendet ihr und wieso?

Wir verwenden die Pinbindung Grizzly Olympic Tour II. Diese verfügt über einen Stopper und eine Sicherheitsauslösung über den Z-Wert am Hinterbacken.

 Nachhaltige Skischuhe

Was ist das Problem bei der Benutzung von Skischuhen?

Die Schale der Skischuhe und die Sohle bestehen aus unterschiedlichen Kunststoffen, die sich mit der Zeit abreiben. Die Schale ist meist Polyamid, da dies sehr abriebfest ist. Die Sohle ist meist Vibram, eine Art von Gummi. Die Innenschuhe bestehen aus anderem Kunststoff, meist Polyurethan. Hiervon gelangt in der Regel kein Material in die Umwelt. Bei Stürzen oder Schlägen stößt die Stahlkante gegen den Skischuh und bricht auch größere Stücke heraus. Da diese Kunststoffteile nicht biologisch abbaubar sind, bleiben sie als Mikroplastik in der Umwelt liegen.  

Was ist das Problem bei der Entsorgung von Skischuhen?

Wie können Skischuhe recycelt werden? Solange die Skischuhe nicht verklebt sind, können diese auseinandergeschraubt werden und in die einzelnen Bestandteile wie Metallteile, Schnallen, Schrauben und verschiedene Kunststoffe zerlegt werden. Die Hartschale und die Metallteile können recycelt werden, indem man diese einschmilzt und daraus neue Teile produziert. Einige Hersteller bieten dies auch schon an. Die Polyurethane der Innenschuhe sind keine thermoplastischen Kunststoffe und können deswegen nicht wieder eingeschmolzen werden. Manche Hersteller schreddern die Innenschuhe und machen daraus andere Produkte. Allerdings wird hier der Kunststoff nicht recycelt sondern nur downgecycelt. Sind die Kunststoffe schon alt und spröde werden sie in der Regel verbrannt. Sind in den Skischuhen Glasfaserstärkte Kunststoffe oder sogar Carbonfasern verbaut, wird das Recycling schwieriger. Schreddert man die Skischuhe sind die Fasern sehr abrasiv, also wirken wie Schleifpapier auf die Schredder und diese verschleißen viel schneller. Sind Carbonfasern enthalten, können die Kunststoffe nicht verbrannt werden, da diese die elektronischen Filteranlagen der Müllverbrennung beschädigen. Die Schuhe mit Carbonfasern müssen dann direkt deponiert werden. 
 

Wie sollten nachhaltige Skischuhe designt sein?

Skischuhe sollten modular aufgebaut sein, sodass alle Verschleißteile wie die Sohle, derzeit meist aus Vibram, am Ende des Lebens einfach ausgetauscht werden können. Alle Teile die Abrieb verursachen, wie die Hartschale sollten biologisch abbaubar sein. Für die Sohle könnte man z.B. einen Kunststoff von Kuori verwenden.  Metallteile sollten möglichst nicht mit Kunststoff überzogen werden, eloxieren, sondern man sollte diese nur oxidieren oder verzinken, denn die Eloxierte Schicht reibt sich ebenso mit der Zeit ab und liegt als Mikroplastik in der Umwelt. 

Wo kann man nachhaltige Skischuhe kaufen?

Das ist eine gute Frage! Leider haben wir darauf auch noch keine Antwort. Wenn du einen nachhaltigen Skischuh kennst, der kein Mikroplastik erzeugt, dann schreibe uns gerne eine Nachricht, dann können wir die Information mit allen Teilen.

 Nachhaltige Skibekleidung

Was ist das Problem bei der Benutzung von Skibekleidung?

Skibekleidung wie Jacken, Hosen, Fleece-Pullis, Skiunterwäsche, Socken, Handschuhe bestehen aus unterschiedlichen Materialien, meist auch Kunststoff-Fasern die sich mit der Zeit abreiben. Da die Kunststoff-Fasern nicht biologisch abbaubar sind, bleiben sie als Mikroplastik in der Umwelt liegen oder werden vom Wind sogar weltweit verteilt.

Was ist das Problem beim Waschen?

Beim Waschen gelangen durch die mechanische Beanspruchung Kunststoff-Fasern ins Abwasser und so in die Umwelt.

Was ist das Problem beim Recycling?

Sowohl die Entsorgung als auch das Recycling von Kleidung mit Kunstfaseranteilen bereiten Probleme. Meist ist das Kleidungsstück aus mehreren Stoffen zusammengenäht, z.B. Innenjacke und Außenjacke oder der Stoff und der Nähfaden bestehen aus unterschiedlichem Material. Besteht die Kleidung aus nur einem Material, wie z.B. thermoplastischen Kunststoffen, kann es geschreddert und eingeschmolzen werden oder nur aus biologisch abbaubaren Material wie Wolle, dann kann es kompostiert werden. Liegt aber ein Materialmix, z.B. aus Reißverschluss (Metall), Außenjacke (Polyamid) und Innenfleece (Polyester) vor, wird das Recycling schwierig.

Wie und wo kann man Skibekleidung reparieren?

Trew und Patagonia haben ein paar Anleitungen zur Pflege und Reparatur auf ihrer Webseite, unter anderem zu Hardshell und Reißverschlüssen.
Von Patagonia gibt es noch einen Repair-Truck, der durch Europa tourt und bei dem ihr Sachen reparieren könnt. 
Repair-Cafés in deiner Nähe oder die Änderungsschneiderei können auch ein guter Anlaufpunkt sein, um Dinge zu reparieren.

Wo kann man Skibekleidung gebraucht kaufen?

Besser als neu zu kaufen ist auf alle Fälle etwas gebraucht zu kaufen oder zu leihen. Frag doch vor der nächsten Tour einfach bei Freunden, Verwandten, ob du dir nicht etwas leihen kannst. Aber auch Plattformen, wie kleinanzeigen, nebenan oder die DAV Servicestellen können gute Anlaufstellen zum Leihen sein. Tipp: Poste einfach mal in Social Media oder in deinen Messenger Status, dass du etwas zum Ausleihen suchst. Vaude bietet über seinen Online-Shop an Kleidung gebraucht statt neu zu kaufen, aber auch ein paar Kleidungsstücke können dort gemietet werden.

Wo finde ich weitere Informationen zu nachhaltiger Kleidung?

Greenpace Aachen hat zu dem Thema einen guten Ratgeber herausgebracht. Auf Seite 9 und 10 geht es um Outdoor-Kleidung und gute Alternativen zu PFC-freien (PFC = per- und polyfluorierte Chemikalien) Imprägnierungen.
Die Stadtreinigung Hamburg hat einen Einkaufs- und Entsorgungsguide für Textilien veröffentlicht. Dieser bewertet z.B. die verschiedenen Faserarten, wie Chemie-, Pflanzen- oder Tierfasern und gibt Tipps zum reparieren.

Wie sollte nachhaltige Skibekleidung aussehen?

Skibekleidung sollte keine Kunststoff-Fasern enthalten, sondern nur biologisch abbaubare Fasern.
Für Pullis, Ski-Unterwäsche und Socken kann man auf Wolle, Baumwolle oder Leinen zurückgreifen. Bei allen Teilen die wasserdicht oder wasserabweisend sein müssen, wie Handschuhen, Jacken und Hosen, wird es schwieriger. Es gibt wohl Skitourenhosen aus Wolle oder Loden. Diese sind zwar nicht wasserdicht, aber sind zumindest eine Zeit lang wasserabweisend.
Über Tipps zu nachhaltigen Produkten aus diesem Bereich freuen wir uns sehr!


 Nachhaltige Skihelme

Was ist das Problem bei der Benutzung von Skihelmen?

Skihelme bestehen aus unterschiedlichen Arten von Kunststoffen in Form von Hartplastik und Schaumstoffen. Mit der Zeit und durch UV-Strahlung altert das Material. Der Abrieb von Helmen bleibt als Mikroplastik im Skigebiet zurück. Tipp: Um Abrieb zu vermeiden, einfach nicht so oft hinfallen. ;)

Wie sollten nachhaltige Skihelme designt sein?

Skihelme sollten keinen Mikorplastik-Abrieb verursachen. Hierzu könnten z.B. für die Hartschale des Helms biologisch abbaubare Kunststoffe verwendet werden. Um die einzelnen Bestandteile nachher sortenrein trennen zu können, sollten diese nicht miteinander verklebt, sondern nur gesteckt oder geschraubt sein.

Wo kann man nachhaltige Skihelme kaufen?

Solltest du einen nachhaltigen Helm kennen, dann melde dich gerne bei uns, dann teilen wir die Info und das Produkt mit allen.


 Nachhaltige Skitourenfelle

Was ist das Problem bei der Benutzung von Tourenfellen?

Felle verschleißen und erzeugen dabei Mikroplastik und Kunststoff-Fasern, die  am Berg liegen bleiben. Skitourenfelle bestehen aus einer Steigschicht aus Polyamid, einem Kunststoff, oder aus Mohair, Ziegenhaar. Leider ist das Ziegenhaar chemisch so behandelt, sodass es auch nicht mehr biologisch abbaubar ist. Diese Schicht ist in einem Winkel in ein Gewebe eingewebt, sodass die Haare oder Fasern alle in die gleiche Richtung stehen. Das Gewebe wird auf ein Träger-Material laminiert, also verklebt, z.B. mit einem Kunststoff. Zwischen Kleber, der am Skibelag hält, und dem Träger-Material ist meist noch eine Schutzschicht. An der Skispitze und am Ski-Ende gibt es Befestigungselemente, meist sind diese aus Kunststoff oder Gummi. 


Wie sollten nachhaltige Skitourenfelle gestaltet sein?

Alle Bestandteile des Skitourenfells erzeugen beim Aufstieg Abrieb und sollten biologisch abbaubar sein. Die Befestigungselemente sollten entweder aus Metall oder biologisch abbaubaren Kunststoff bestehen.

Wie waren Skitourenfelle früher?

Früher war die Perfomance von Skitourenfellen definitiv schlechter. Historische Skitourenfelle bestanden aus Tierfellen, die mechanisch, also nicht geklebt, am Ski befestigt wurden. Der Vorteil war, dass diese kein Mikroplastik erzeugt haben und am Ende des Lebens kompostiert werden konnten. Vielleicht können wir etwas aus der Vergangenheit lernen und so die Tourenfelle der Zukunft entwerfen!

Wo kann man nachhaltige Skitourenfelle kaufen?

Leider kann man zurzeit nirgendwo auf dem Markt nachhaltige Skitourenfelle kaufen. Colltex hatte mal ein EcoSkin im Angebot. Perfekt war dieses noch nicht, aber viel nachhaltiger als alle anderen Felle. Aber leider wurde das Fell wegen zu geringer Nachfrage wieder aus dem Sortiment genommen.

Wir könnten bei namhaften Herstellern nachhaltige Skitourenfelle herstellen lassen. Allerdings beträgt die Mindestbestellmenge 1.500 Paar Felle. Wenn du Interesse an nachhaltigen Tourenfellen hast, dann trage dich jetzt in unseren Newsletter ein und schreibe uns eine Nachricht!

 Nachhaltiges Apré-Ski - Bier

Was ist das Problem beim Anbau von Bier?

Als erstes betrachten wir den Anbau von Hopfen und Gerste, die Bestandteile des Bieres sind. Diese sollten pestizidfrei aus biologischem Anbau stammen.

Was ist das Problem bei der Verpackung von Bier? Fass oder Flasche?

Wie sieht es mit der Verpackung des Bieres aus? Am nachhaltigsten sind Mehrwegfässer, auch Keg-Fässer genannt. Es kann immer wieder gereinigt und verwendet werden. Diese gibt es in 25, 50 oder 100l und haben eine Lebensdauer von ca. 20 Jahren und sind vollständig recycelbar. Zudem ist hier das Verhältnis von Verpackung zu Inhalt, also Bier, sehr gut. An zweiter Stelle sind Bierflaschen mit Bügelverschluss. Diese können auch immer wieder gereinigt und wiederverwendet werden. Laut dem Umwelt Bundesamt geschieht dies bei Glasflaschen bis zu 50 mal. Bierflaschen mit Kronkorken haben ein Problem! Was passiert mit den Kronkorken? Diese landen in der gelben Tonne/im gelben Sack. In der Regel bestehen die Kronkorken aus Aluminium mit aufgeklebten Kunststoffdichtungen. Beim Recycling/Einschmelzen des Aluminiums verbrennt der Kunststoff einfach. Das Material, das übrig bleibt, also Aluminium, muss wieder in Form gebracht werden. Eine neue Kunststoffdichtung muss wieder aufgebracht werden. Wiederverwenden von den Kronkorken wäre besser, aber das funktioniert aus hygienischen Gründen und von der Form her leider nicht, da sich der Kronkorken beim Öffnen verbiegt. An dritter Stelle liegen Dosen aus Aluminium. Diese werden nicht 1:1 wiederverwendet sondern zuerst eingeschmolzen. Hier ist das Recycling sehr energieaufwendig. Auch die Produktion von Aluminium aus dem Gestein, Bauxit genannt, verbraucht sehr viel Energie. An vierter Stelle sind Mehrweg-Kunststoffflaschen. Diese werden gereinigt und können wieder befüllt werden. In der Regel erhalten die Flaschen jedes Mal einen neuen Deckel. Bestehen die Flaschen aus PET werden diese laut dem Umwelt Bundesamt bis zu 20 mal wiederverwendet. An letzter Stelle stehen Einweg Kunststofflaschen. Diese werden jedes Mal wieder eingeschmolzen und zu neuen Artikeln verarbeitet. Das benötigt jedes Mal eine Menge Energie.

Was ist das Problem bei der Benutzung von Bierkästen?

Bierkästen bestehen in der Regel aus HD-PE, auch high density polyethylen genannt, ein mitteldichtes Polyethylen. Hier nochmal der Vergleich: Skilaufflächen bestehen auch aus Polyethylen, aber einer Sorte vom ultrahochmolekularem Polyethylen, auch UHMW-PE genannt. Während der Benutzung verursachen die Bierkästen, analog zu Ski, Mikroplastikabrieb. Jedes Mal, wenn eine Kiste über den Boden gezogen wird, bleibt ein bisschen Kunststoff zurück.

Wie sollten nachhaltige Bierkästen designt sein?

Bierkästen sollten aus thermoplastischen Materialien, wie thermoplastischen und biologisch abbaubaren Kunststoffen, oder Metall, z.B. Aluminium oder Edelstahl, oder aus nachwachsenden Rohstoffen, also z.B. Holz, bestehen. So kann die Erzeugung von Mikroplastik verhindert werden.

Was ist das Problem bei Etiketten auf Bierflaschen?

Wer kennt das nicht, warmer Frühlingstag, eine der letzten Skitouren des Jahres, nach herrlichem Firn sitzt man am Fluss genießt die Sonne und kühlt das Bier. Kaum kommt man zurück sind die Etiketten des Bieres auch schon abgelöst und weggeschwommen. 
Drei Probleme fallen dabei auf. Erstens sollte der Klebstoff der Etiketten biologisch abbaubar sein, zweitens sollte das Papier biologisch abbaubar sein, drittens sollte die Druckfarbe auf den Etiketten biologisch abbaubar sein. Unsere Etiketten schwimmen jetzt nämlich im Fluss und landen vielleicht sogar eines Tages im Meer.


Was ist das Problem bei der Logistik?

Beim Transport vom Bier entsteht Mikroplastik durch Reifenabrieb der LKW's und eine Menge CO2. Deswegen je lokaler du dein Bier kaufst, umso besser, denn es entsteht weniger CO2 und Mikroplastik.

Wie sollte nachhaltiges Bier aussehen?

Zusammenfassend lässt sich sagen, das nachhaltigste Bier ist ein Bio-Bier, das man auf einer Radl-tour direkt in der Brauerei verzehrt. Hierbei fällt keine oder kaum Logistik an, es entsteht kein Mikroplastik und das Bier kann direkt aus Mehrweg-Fässern ausgeschenkt werden. Cheers!

 

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