Tourenski - Dein Abenteur beginnt hier

Was ist ein Tourenski?

Ein Tourenski ist ein besonderer Ski, der bei Skitouren (den Berg mit Muskelkraft hinauflaufen und wieder herunterfahren) verwendet wird. Er ist in der Regel breiter, weicher und deutlich leichter als ein normaler Ski. 

Was macht Touren-Ski so speziell?

Tourenski sind leichtere Ski, die für das Bergauflaufen entwickelt wurden. Sie sind meist mit geschäumten Kernen hergestellt, breiter als normale Ski und haben eine spezielle Skibindung.

Der Vorteil gegenüber anderen Ski ist, dass diese mehr Fläche und damit mehr Auftrieb im Tiefschnee erzeugen. Auch die Bindung ist leicht zurückgesetzt. So kann der Skifahrer mit weniger körperlicher Anstrengung durch den Tiefschnee manövrieren und besser Skifahren. Zeitgleich hilft der leichtere Tourenski beim Aufstieg, denn es muss nicht so viel Gewicht mit hochgeschleppt werden. 

 

Das Einsatzgebiet ist überall dort, wo keine Liftanlagen installiert sind und Berggipfel im Winter trotzdem erreicht werden sollen. Skitourengehen, Freeriden, Pistentouren und Tiefschneeabfahrten.

 

Warum solltest du keine normalen Ski zum Tourengehen verwenden?

Achtung! Normale Ski, auch Alpinski genannt sind aus folgenden Gründen nicht für das Skitourengehen geeignet:

 

  • Normale Ski sind deutlich schwerer als Tourenski.
  • Normale Ski haben in der Regel keine Bindung mit Gehfunktion, die ein Abknicken des Beins erlaubt.
  • Normale Ski haben normalerweise eine schmale Skimitte und auch eine schmale Schaufel und damit wenig Auftrieb.

Wie genau funktionieren Tourenskier?

Aus welchen Komponenten besteht ein moderner Allround-Tourenski? 

1.      Schutzschicht aus kratzfestem Kunstoff (Polyamid). Kann auch bedruckt werden und trägt so zur Gestaltung des Skis bei. 

2.      Obergurt aus Glasfasern, Carbonfasern, Naturfasern oder Mischungen davon. Als Unidirektionale Faser nur in eine Richtung orientiert. Nimmt in der Regel die Zugkräfte bei der Durchbiegung oder als biaxiale Faser, entweder als Gelege oder Gewebe in zwei Achsen mit +/-45° orientiert, nimmt die Torsionskräfte bei der Belastung der Kante auf. 

3.      Titanal ist eine Aluminium-Legierung die als dünnes Blech oberhalb und unterhalb des Skikerns teilweise verbaut wird und den Ski laufruhiger und steifer macht. 

4.      Seitenwangen sind seitlich vom Kern angeordnet und schützen diesen somit vor Feuchtigkeit. Sie bestehen aus Kunststoff, meist ABS oder Phenolharz. 

5.      Kern besteht meist aus Holz, wie Esche, Pappel-Buche-Kombination oder Paulownia. Dieser soll ein hohes Rückstellvermögen haben. D.h. der Kern biegt sich durch und anschließend wieder zurück in seine ursprüngliche Form 

6.      Untergurt ist analog zum Obergurt nur gespiegelt verbaut. 

7.      Stahlkanten mit einer pilzkopfartigen Struktur werden in den Verbund eingeklebt. 

8.      Dämpfungselemente wie Gummibänder liegen oberhalb der Stahlkante und sollen verhindern, dass diese bei Schlägen oder Stößen ausbricht. 


Welche Taillierungen gibt es? 

Tourenski sind an der Schaufel (Tipp) und am Heck (Tail) breiter als in der Skimitte. Wobei die Schaufel immer einige Millimeter breiter ist, wie das Heck. Wird die Kante voll belastet, z.B. beim Carven fährt der Ski genau diesen Radius entlang. Ein Radius mit weniger als 15m ist eher klein und findet häufig Anwendung bei Slalomski. Ein Radius mit mehr als 21m ist eher groß und wird meist bei Big Mountain Ski oder Abfahrtsski verbaut. Sehen kann man das, indem man von oben auf den Ski drauf schaut. 

Welche Vorspannungen gibt es? 

Liegen beide Ski aneinander, z.B. bei der Fahrt in der Gondel, sieht man die Vorspannung der Ski. 

Rocker oder auch Full-Rocker: Die Ski liegen an der Bindung zusammen und stehen vorne und hinten weit auseinander. Die effektive Kantenlänge die bei Belastung im Schnee greift ist sehr kurz. Die Ski sind aber sehr drehfreudig im Tiefschnee. 

Tip-Rocker: Die liegen an Ski-Ende und kurv vor der Schaufel zusammen. Unter der Skimitte ist ein Abstand. Der Schaufelbereich ist länger und hier sind die Ski hochgebogen. 

Tipp- und Tail-Rocker: Die Ski liegen kurz vor dem Ski-Ende und kurz vor der Schaufel zusammen. Dahinter sind die Ski hochgebogen. Tipp- und Tail-Rocker gibt es sowohl mit Camber in Skimitte, als auch flat, d.h. ohne Vorspannung in Skimitte. 

Camber: 

Die Ski liegen an Schaufel und Ski-Ende zusammen und haben im Bereich der Bindung einen Abstand voneinander. Wird der Ski aufgekantet oder belastet greift eine längere effektive Kantenlänge im Schnee und sorgt für Stabilität, gerade bei harten Schneebedingungen. 

Fahrverhalten abhängig von Ski und Schneeverhältnissen 

Da man auf Skitouren meist nicht die gleichen Verhältnisse vom Gipfel bis ins Tal hat, kommen meist mehrere Situationen an einem Tag vor.

 

Viel Spaß machen folgende Kombinationen:

Aufstieg:

Aufstiegsspur vorhanden: schmale Ski, da diese in die Spur passen

Jemand mit Splitboard oder Powderlatten spurt: breite oder schmale Ski

Viele Spitzkehren: eher kürzere Ski, max. Körperlänge bis -10cm

Langer Aufstieg oder auch lange Trage-Passagen: leichte Ski

Abfahrt:

Wenig Neuschnee auf festen Untergrund: alle Ski

Viel Neuschnee: breite Ski; Full-Rocker, Tipp-Tail-Rocker, Tipp-Rocker; lange Ski, Körperlänge bis +15cm

Harte Oberfläche: Camber Ski

Nass-Schnee/Sulz: breite Ski, Full-Rocker, Tipp-Tail-Rocker, Tipp-Rocker

 

Keinen Spaß machen folgende Kombinationen:

Aufstieg:

Aufstiegsspur vorhanden: breite Ski, da diese nicht in die Spur passen

Langer Aufstieg oder auch lange Trage-Passagen: leichte Ski, kleine Ski

Viel Neuschnee: schmale Ski, kurze Ski, da man bei jedem Schritt tief einsinkt

Harschige oder vereiste Stellen: man hat keine Harscheisen oder Steigeisen dabei

 

Abfahrt: 

Bruchharsch: sobald man durchbricht, weder breite noch schmale Ski

Harte, gefrorene Oberfläche: Full-Rocker Ski, stumpfe Kanten, weiche Ski

Viel Neuschnee: schmale Ski ohne Rocker; kurze Ski

Packliste Skitourengehen

Ausrüstung:

-Tourenski

-Tourenschuhe

-Felle

-teleskopierbare Stöcke

Optional:

-Harscheisen

-Steigeisen

 

Lawinenausrüstung:

-Schaufel

-Sonde

-LVS-Gerät

-Biwacksack

-Erste-Hilfe-Set

 

Optional:

-Airbag-Rucksack

-Helm

-Schneesäge für Schneeprofile

-Lupe für Schneeanalyse

-Feuerzeug + Kerzen

 

Werkzeugliste:

-Schraubenzieher mit Bithalter

-diverse Bits

-Taschenmesser oder Leatherman

-Stirnlampe

 

Ersatzteile:

-Batterien für LVS Gerät oder Stirnlampe

-Draht/ Kabelbinder

-Ski Strap

-Gaffa-Tape

-Klebe Patch für Felle

-Stück Wachs

-Repaircandle für Skibelag

 

Gesundheit:

-Sonnenbrille

-Kontaktlinsen

-Sonnencreme und Lippenschutz

-Blasenpflaster

 

Sowie Bekleidung und Wechselklamotten

Entwicklung und Auswahl unserer Tourenski 

Geschichte und Evolution der Tourenski

Die Geschichte und Evolution der Tourenski reicht weit zurück in die Geschichte des Skisports. Ursprünglich wurden Tourenski aus Holz gefertigt und waren einfache, gerade Bretter, die vor allem in nordischen Ländern zur Fortbewegung im Schnee dienten. Zum Berg-Auf-Gehen wurden Stöcke und Tierfelle auf die Unterseite des Skis gebunden. Aber auch klebrige Beschichtungen, wie Kiefernholzteer, halfen ein Zurückrutschen des Skis zu verhindern. Heutzutage werden Hybrid-Felle (eine Mischung aus Natur- und Kunstfasern) oder auch rein synthetische Felle verwendet. Diese werden mit Kleber auf der Unterseite des Skis befestigt. Mit der Zeit entwickelten sich die Tourenski weiter, wobei moderne Materialien wie Glasfaser oder Carbon Einzug hielten und die Skier leichter und robuster machten. Allerdings sind diese Skier leider nicht recycelbar. Heute sind Tourenski technologisch innovativ und nachhaltig, denn sie werden aus biologisch abbaubaren Materialien gefertigt. Sie vereinen die Tradition des klassischen Skifahrens mit den Anforderungen an moderne Wintersportausrüstung und ermöglichen es Skitourengehern, die abgelegensten und unberührtesten Schneelandschaften sicher und effizient zu erkunden. 

Unser Entwicklungsprozess 

 Angefangen haben wir, Johannes, Tim und Maxi, 2016, indem wir einen Skibauworkshop besuchten. So schwer ist das nicht haben wir uns gedacht und selbst angefangen DIY-Workshops in der Werkstatt der Firma Baumbaron am Tegernsee anzubieten. Hierbei wurde uns schnell klar, dass die Produktion von Ski eine Menge Müll verursacht und die Ski selbst sind am Ende leider auch Sondermüll. 2019 ist Tim dann für eine Zeit lang auf Weltreise gegangen und wir haben das Projekt der Kurse dann eingestampft. Seit dem Herbst 2021 entwickeln wir nachhaltige Ski. Hier kam auch Niklas dazu. Dabei haben wir festgestellt, dass Holz als Lauffläche zwar im Tiefschnee funktioniert, jedoch nicht auf harten, eisigen Pisten. Eine andere Lösung musste her. Wir haben alles Mögliche ausprobiert. Wirklich echt alles! Aber auch Bio-Kunststoffe sind einfach nicht abriebfest genug. Deswegen entwickeln wir nun zusammen mit dem Fraunhofer unseren eigenen biologisch abbaubaren Kunststoff. Hier sind wir dann gleich auf das nächste Problem gestoßen, wie man den Kunststoff mit dem restlichen Ski verklebt, denn konventionelle Klebstoffe halten leider nicht. Mittlerweile haben wir aber einen passenden Klebstoff gefunden. Normalerweise werden die Stahlkanten eingeklebt, aber das macht das Recycling wieder extrem schwer, sodass wir darauf verzichten. Wir haben extra Stahlkaten entwickeln lassen, die man seitlich an- und wieder abschrauben kann. Die Komponenten Skiwax und Skibindung mussten wir zum Glück nicht noch extra entwickeln, sondern greifen hier auf nachhaltige bereits bestehende Produkte zurück. 

In Zukunft werden wir noch Splitboards und Snowboards entwickeln!

Nachhaltige Materialien für umweltfreundliches Skitourengehen

Auswahlkriterien für Materialien hochwertiger Tourenski 

Bei der Auswahl der Materialien für hochwertige Tourenski spielen Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit eine entscheidende Rolle. Besonders wichtig ist, dass die verwendeten Materialien biologisch abbaubar sind, ähnlich wie Holz, auch wenn sie nicht den strengen Kriterien der DIN 13432 entsprechen. Materialien wie Flachs und Eschenholz bieten eine hohe Festigkeit und Flexibilität und sind gleichzeitig umweltfreundlich, da sie in einem natürlichen Zyklus abgebaut werden können. Diese Materialien gewährleisten nicht nur hervorragende Fahreigenschaften, sondern tragen auch dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Durch die Verwendung solcher nachhaltigen Rohstoffe setzen wir ein klares Zeichen für den Umweltschutz und die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen. 


Umweltfreundliche Produktionsmethoden

Umweltfreundliche Produktionsmethoden spielen eine zentrale Rolle bei der Herstellung nachhaltiger Tourenski. Dabei setzen Hersteller auf energieeffiziente Prozesse und den Einsatz erneuerbarer Energien, um den CO2-Ausstoß zu minimieren. Die Verwendung von umweltfreundlichen Klebstoffen, Ölen und Lacken, die frei von schädlichen Chemikalien sind, trägt ebenfalls zur Reduzierung der Umweltbelastung bei. Zudem wird darauf geachtet, dass Abfälle und Produktionsreste recycelt oder wiederverwendet werden, um die Ressourcennutzung zu optimieren. Durch diese umweltbewussten Herstellungsverfahren wird sichergestellt, dass die Tourenski nicht nur während ihrer Nutzung, sondern bereits bei ihrer Produktion einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck hinterlassen.

Vorteile nachhaltiger Tourenski 

Nachhaltige Tourenski bieten eine Vielzahl von Vorteilen, die über ihre umweltfreundliche Produktion hinausgehen. Sie bestehen aus Materialien, die biologisch abbaubar sind oder aus recycelten Quellen stammen, was ihre Entsorgung deutlich umweltverträglicher macht. Diese Ski sind oft langlebiger, da sie aus hochwertigen, robusten Materialien gefertigt werden, die den Belastungen des Skifahrens standhalten. Darüber hinaus tragen sie zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei, indem sie auf schädliche Chemikalien und umweltbelastende Produktionsverfahren verzichten. Für den umweltbewussten Skifahrer bieten nachhaltige Tourenski nicht nur eine verantwortungsbewusste Wahl, sondern auch eine leistungsfähige und verlässliche Ausrüstung für unvergessliche Abenteuer im Schnee.